1150 Jahrfeier - Jubiläumsfestwochen 2010 |
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115. Flurweihe bildete den Beginn des Kammerforster Ortsjubiläums KAMMERFORST (tk). Mit einem Jubiläum im Jubiläum starteten am Wochenende die Feierlichkeiten zum 1150-jährigen Ortsjubiläum von Kammerforst. Im Rahmen der traditionellen Flurweihe, die in diesem Jahr zum 115. Mal stattfindet, bildete die Eröffnungsveranstaltung am Samstag einen äußerst gelungenen Auftakt in die beiden bevorstehenden Festwochen. Dabei konnten die Gäste, zu denen unter anderem der stellvertretende Landrat Bernd Münzberg, Superintendent Piontek und der ehemalige Direktor der Mühlhäuser Museen, Dr. Gerhard Seib, gehörten, einem interessanten Vortrag zur Historie des Ortes lauschen. Eberhard Hauschild, Vorsitzender des Kammerforster Heimatvereins, konnte dabei von so mancher Besonderheit des Ortes berichten, wie beispielsweise davon, dass das Dorf einst ein verkehrsreicher Knotenpunkt war, denn zwei Handelsstraßen kreuzten sich unmittelbar beim Veranstaltungsort im Braunen Hirsch und gaben den Einwohnern somit über mehrere Jahrhunderte durch Vorspanndienste, Stellmachereien, Schmiedebetrieb und Schankwirtschaft Arbeit und Brot. Natürlich wurde in einem Dorf, das für seine Liebe zur Musik bekannt ist, die Veranstaltung vom Jugendblasorchester und dem Volkschor umrahmt. Und ebenso aufschlussreich wie die Ausführungen über Dorfgeschichte und Tradition war für die Gäste auch der Beitrag von Dr. Gerd Kley, der von einer ganzen Reihe berühmter Kammerforster Einwohner berichtete, wie vom Architekten Ernst Rettelbusch. Dessen Stilhandbuch begleitet seit 1914 Architektur- und Designstudenten und wurde in viele Sprachen, sogar ins Chinesische übersetzt. Im Anschluss an die Eröffnungsfeier konnten die Gäste dann auch gleich einen Eindruck von der Liebe zum althergebrachten Brauchtum im Ort bekommen, denn die Pfingstgesellschaft hatte am Vorabend des Flurweihjubiläums alle ehemaligen Platzmeister zum Einmarsch auf den Anger eingeladen. Im Vorfeld hatten die Pfingstburschen, an deren Spitze in diesem Jahr Willi Pfützenreuter und Georg Mey stehen, keine Mühen gescheut, um alle Platzmeister der zurückliegenden Jahrzehnte aufzulisten und chronologisch zu archivieren. Für die bereitwillige Zuarbeit, die dafür von vielen älteren Kammerforstern geleistet wurde, sprachen die aktuellen Platzmeister in diesem Zusammenhang ihren Dank aus, denn um solche Traditionen zu erhalten, arbeitet man in einem Ort wie Kammerforst natürlich gern generationsübergreifend zusammen. Auch der Stolz darüber, dass das traditionelle Fest der Kirche und der Pfingstburschen den Auftakt zum Dorfjubiläum bilden darf, wurde in diesem Zusammenhang geäußert. So fanden sich nach dem geselligen Tanzabend auf dem idyllischen Dorfanger auch am Sonntag die ehemaligen Platzmeister, die Pfingstburschen, Einwohner und Gäste ein, um von dort zum Gottesdienst in die freie Natur zu ziehen. Für Pröbstin Elfriede Begrich, die kurzfristig aus gesundheitlichen Gründen absagen musste, wurde die Kirche am Rain des Weizenfeldes von Pfarrer Gruner aus Bad Langensalza gehalten. Dabei wurde, wie es seit Generationen Brauch ist, unter freiem Himmel gepredigt und gesungen, und während die beiden ältesten Burschen der Pfingstgesellschaft die Kirchenfahnen schwenkten, wurden die Felder gesegnet und für eine gute Ernte gebetet. Mit der Durchführung dieses Festes, das den Anfang einer ganzen Reihe von Veranstaltungen in den kommenden zwei Wochen bildete, zeigte sich einmal mehr, wie sehr man in diesem Ort mit seiner interessanten Geschichte althergebrachten Bräuchen und Traditionen verbunden ist. Besucher werden sich davon auch in den kommenden Tagen zur Genüge überzeugen können. |
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